Unser Aufruf

AnkER-Zentren: Kein Ort für Kinder – kein Ort für Niemanden!

Aufnahmeeinrichtungen und AnkER-Zentren sind kein Ort für Kinder und kein Ort für Erwachsene. Die neue Bundesregierung muss den Aufenthalt für geflüchtete Kinder, Familien und Erwachsene auf maximal vier Wochen begrenzen. AnkER- und funktionsgleiche Einrichtungen sind Orte der Perspektivlosigkeit und der Angst – sie gehören abgeschafft. Statt Isolation und Entrechtung brauchen wir faire Asylverfahren und gleiche Rechte für alle Kinder, die in Deutschland leben.

Rechte von Kindern werden verletzt

Während ihres Asylverfahrens müssen Asylsuchende mittlerweile regelmäßig bis zu 18 Monate in Erstaufnahmeeinrichtungen, wie AnkER-Zentren und ähnlichen Einrichtungen, bleiben. Familien müssen bis zu sechs Monate dort leben. In diesen großen und oft abgelegenen Einrichtungen sind sie vom Rest der Gesellschaft isoliert und unterliegen Restriktionen wie Arbeitsverboten und Residenzpflicht. Kinder können meist weder die Regelschule noch reguläre Kitas besuchen und haben innerhalb der Einrichtungen kaum Platz zum Spielen und Lernen. Gleichzeitig erleben sie strukturelle Gewalt in ihrem direkten Wohnumfeld und müssen Abschiebungen und Polizeieinsätze miterleben. Was gegessen wird, bestimmt der Speiseplan in der Kantine. Selbstbestimmung? Fehlanzeige.

Unterstützung von außen wird verhindert

Weil die Einrichtungen oft abgelegen sind und der Zugang restriktiv gehandhabt wird, ist es für unabhängige Organisationen nahezu unmöglich, die Asylsuchenden zu unterstützen. Damit wird die Art der Unterbringung auch entscheidend für die Fairness des Asylverfahrens insgesamt. Teil des AnkER-Konzeptes ist eine verkürzte Zeit zwischen Ankunft und der Anhörung im Asylverfahren. Damit Menschen über erlittene Verfolgung, Gewalt und Demütigungen sprechen können, braucht es jedoch Zeit, Vertrauensaufbau und unabhängige Beratung vor der Anhörung. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, werden entscheidende Erlebnisse, z.B. sexualisierte Gewalt oder spezielle Fluchtgründe von Kindern, aus Scham oder Unkenntnis verschwiegen und Asylanträge werden trotz Gefahren im Herkunftsland abgelehnt.

Der Versuch der Bundesregierung, Ankunft und schnelle Abschiebungen räumlich in den AnkER-Zentren miteinander zu verbinden, steht in Widerspruch zu den tatsächlichen Schutzansprüchen der Asylsuchenden. Über der Hälfte der Antragsteller*innen wurde im Asylverfahren ein Schutzstatus zugesprochen. Auch viele zunächst abgelehnte Schutzsuchende bleiben langfristig in Deutschland, da Gerichte falsche Entscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge korrigieren oder humanitäre und familiäre Gründe gegen eine Abschiebung vorliegen.

Wir fordern:

  • Der Aufenthalt in Erstaufnahmeeinrichtungen muss auf wenige Wochen begrenzt werden, damit geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene schnellstmöglich in Städten und Kommunen ankommen können. Hierzu ist eine Änderung von § 47 AsylG notwendig.
  • Die neue Bundesregierung muss für qualitativ hochwertige Asylverfahren einschließlich unabhängiger Unterstützung und Rechts- und Verfahrensberatung sorgen.
  • AnkER-Zentren und funktionsgleiche Einrichtungen müssen abgeschafft werden.
  • Enge, Lärm, kein Platz zum Spielen und Lernen, Miterleben von Gewalt und Abschiebungen – darunter leiden viele Kinder auch in Gemeinschaftsunterkünften. Die Unterbringung in Wohnungen muss daher Vorrang vor der Unterbringung in Sammelunterkünften haben. § 53 AsylG muss entsprechend geändert werden.

Eine Aktion von:

Unterstützende Organisationen

Bundesweite Organisationen und Initiativen: AG Migrationsrecht im Deutschen Anwaltverein | borderline-europe Menschenrechte ohne Grenzen e.V. | Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge | Bundesweite Arbeitsgemeinschaft Psychosozialer Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer | Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin | Deutsches Kinderhilfswerk | Grips-Theater | Jugendliche ohne Grenzen | JUMEN – Juristische Menschenrechtsarbeit in Deutschland e.V. | KICKFAIR e.V. | KOK – Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. | Lesben- und Schwulenverband LSVD | Neue Richtervereinigung (NRV) | Pro Asyl | Republikanischer Anwältinnen und Anwälteverein | Seebrücke – Schafft Sichere Häfen | SOLWODI Deutschland e.V. | terre des hommes | Women in Exil | Zusammenleben Willkommen

Lokale und landesweite Organisationen und Initiativen: AK Asyl Friedrichsdorf e.V. | AK ASYL TRIBSEES | AG Migration und Vielfalt der SPD Brandenburg | Aktiv für Flüchtlinge RLP | Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW | Arbeitskreis Asyl Mettingen | Asylbegleitung-Mittelhessen e.V. | Bayrischer Flüchtlingsrat | Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“ | Caritas Nürnberger Land | Christlicher Verein Zur Förderung Sozialer Initiativen In Kiel | Cölber Arbeitskreis Flüchtlinge | Der Paritätische Hessen | Der PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein | Diakonisches Werk Steglitz und Teltow-Zehlendorf | Diakonisches Werk Trier und Simmern-Trarbach | djo-Deutsche Jugend in Europa LV NRW e.V. | Don’t Stop Motion | Ev. Schüler*- und Schülerinnen*arbeit im Rheinland e.V. (ESR) | Ev.-luth. Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg | exchange Salzwedel | Flüchtlingsbeauftragte des Ev.Luth. Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg | Flüchtlingshilfe Lippe e.V.| Flüchtlingshilfe Mittelhessen e.V. | Flüchtlingshilfs-Vereins EFIE e.V. Erlangen | Flüchtlingsrat Baden-Württemberg e.V. | Flüchtlingsrat Berlin e.V. | Flüchtlingsrat Brandenburg | Flüchtlingsrat Bremen | Flüchtlingsrat Düsseldorf e.V. | Flüchtlingsrat Hamburg | Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern e.V. | Flüchtlingsrat NRW e.V. | Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz e.V. | Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. | Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. | Flüchtlingsrat Thüringen e.V. | Forum Asyl mit St. Christophorus | FreiZeit für junge Geflüchtete | Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e. V. | Gesellschaftspolitische Projekte e.V. | Hessischer Flüchtlingsrat | Humanistische Union – Beratung für Frauen, Familien u. Jugendliche e.V. | IBIS – Interkulturelle Arbeitsstelle e.V.  | Initiative „200 nach Marburg“ | Interkulturelles Begegnungszentrum Kerner, Marburg | Interessengemeinschaft der Erwerbslosen München | Janusz Korczak Humanitäre Flüchtlingshilfe e.V. | kinder- und kulturkreis oberhausen e.v. | Kindercafé Kiel e.V. | Kinderfreunde Salzburg | Kinderschutzbund – Ortsverband Dresden e.V. | KommMit e.V/BBZ- Beratung und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen | Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. (KuB) | KooperationsAnstiftung e. V. | LAG Kinderarmut der Linken Berlin| Landesjugendring NRW | lifeline Vormundschaftsverein im Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein e.V. | Lübecker Flüchtlingsforum e.V. | Medibüro Kiel | MediNetz Bielefeld | Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V.  | Multikulturelles Zentrum Trier | Münchner Flüchtlingsrat | NesTTrier | Niedersächsischer Flüchtlingsrat e.V. | NRD Orbishöhe GmbH | pax christi Rhein-Main/Regionalverband Limburg-Mainz | Potsdam-Konvoi | ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen e.V. | Refugee Law Clinic Cologne | Refugee Law Clinic Erlangen-Nuremberg | Saarländischer Flüchtlingsrat e.V. | Sächsische Flüchtlingsrat e.V.  | Schutzhütte / Tafel Schwedt | Seebrücke Mainz | Seebrücke Marburg | Seebrücke Potsdam | Solidarity without Borders Oldenburg | SOS Rassismus Barnim | Sprungbrett Zulunft Berlin e.V. | UMFdenken – jetzt | we integrate e.V. | VVN/BdA Kreisvereinigung Oldenburg/Friesland | WillkommensKulturHaus der Gemeinde Ottensen | XENION – Psychosoziales Zentrum für politisch Verfolgte | Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrant*innen (ZBBS) e.V. | Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e. V.

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